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Schon im 17. Jahrhundert war das Steinkohlenvorkommen von Manebach bekannt, wie eine kleine Schrift des Oberberginspektors F. Heyn verrät. Als er 1691 mit den ersten Bergbauversuchen bei Manebach begann, ging es ihm jedoch nicht um das „schwarze Gold“, sondern um edles Silber und Kupfer, wie man es in Ilmenau damals förderte.

 

So lesen wir bei Heyn über das Ergebnis der ersten Schmelzproben: „Die Steinkohlen vor sich seyn auch nicht ohne Silber, und wird man zu seiner Zeit auch dieselben zu gebrauchen wissen.“

 

Mehr als drei Jahrzehnte vergingen noch, bis der auf Steinkohle gerichtete Bergbau in Manebach einsetzte. J. E. Langguth, Amtsvogt zu Zella, mutete 1731 auf der Sachsen-Gothaischen Seite das erste Grubenfeld und betrieb die Zeche privat.

 

Auf der Sachsen-Weimarischen Seite wurde zu gleicher Zeit ein herrschaftliches – also staatlich geführtes Bergwerk etabliert.

Beiderseits der Ilm trieben Bergleute Stollen ins Gebirge und brachten Schächte bis 20 m unter Ilmniveau nieder. Der Steinkohlenbergbau bot den Einheimischen Lohn und Brot und versorgte die vielen Schmieden in der Umgebung mit dem in großen Mengen benötigten Brennstoff.

Auch in den Glashütten wurden auf herzogliche Weisung Versuche unternommen, die zum Schmelzen der Glasmasse benötigte Holzkohle durch Steinkohle zu ersetzen – jedoch erfolglos.

 

Der Niedergang des Bergbaus zeichnete sich in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. ab, als die Anbrüche immer ärmer wurden, die Erschließung tieferer Lagerstätten an den hohen Kosten für die Wasserhaltung scheiterte und die Ausweitung des Eisenbahnnetzes unliebsame Konkurrenz mit sich brachte. Denn nun konnten westfälische und Zwickauer Steinkohlen kostengünstig nach Thüringen transportiert werden.

 

Für wenige Jahre lebte der Bergbau nach den beiden Weltkriegen wieder auf, bis er 1949 endgültig eingestellt wurde. Man schätzt, dass die Manebacher Bergleute insgesamt 50 000 Tonnen Steinkohle zu Tage gefördert haben.

 

Paläobotanik
Berühmt sind die Ablagerungen der Manebach-Formation vor allem wegen ihrer Pflanzenfossilien: Reste von Baumfarnen, Riesenschachtelhalmen, Keilblattgewächsen, Cordaitenbäumen und Farnsamern sind von hier in Museen, Institute und andere Sammlungen vieler Länder gelangt.

Auch in Lehr- und Sachbüchern finden wir Abbildungen Manebacher Rotliegendpflanzen. Gesammelt und beobachtet werden die Fossilien hier im Ilmtal schon seit über 300 Jahren. Berühmte Forscher haben hier gewirkt, so ein Begründer der Paläobotanik, der gothaische Staatsmann E. F. von Schlotheim zwischen 1800 und 1832. Auch Goethes Sammlung fossiler Pflanzen stammt ab 1821 überwiegend aus Kammerberg. Mehrere Arten von Fossilien von hier wurden in der Fachliteratur erstmalig beschrieben und wissenschaftlich benannt.

Manebach war auch ein Ausgangspunkt für die geologische Spezialkartierung des Thüringer Waldes seit 1888. Heute sind die geologischen Aufschlüsse im Ilmtal Ziel vieler studentischer Exkursionen und Amateurgruppen.

 

Bergbaulich-geologisch-paläontologischer
Wanderpfad Manebach – Kammerberg


Der Wanderpfad führt zu den ehemaligen Stätten des Bergbaus, zu geologischen Aufschlüssen und paläontologischen Fundstellen rund um Manebach. Die vor 295 Millionen Jahren entstandenen Sediment- und vulkanischen Gesteine des Rotliegend bilden den geologischen Untergrund von Manebach. Eine örtliche Besonderheit sind Kohlenflöze, die aus tropischen Moorwäldern in einer Senke des alten (variszischen) Gebirges, etwa 18 Grad nördlich vom Äquator entstanden. Ihre vorzüglich erhaltenen Pflanzenfossilien werden seit über 300 Jahren beobachtet, gesammelt und erforscht.


Bergbaulich-geologisch-paläontologischer Wanderpfad Manebach – Kammerberg






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